Archiv des Autors: Stefanie Weidner

ILEK Chicago Exkursion – Tag 5

An Tag 5 der Exkursion hieß es raus aus der Innenstadt. Der Graceland Friedhof im nördlichen Teil Chicagos stand auf dem Plan.

Der Graceland Cemetery, der 1860 eröffnet wurde ist einer der größten im Staat Illinios und Ruheplatz für viele bedeutende Persönlichkeiten. Teillweise sehr große und beeindruckende Mausolen sind über die große parkähnliche Anlage verteilt. So unter anderem ein großes Grab für Louis Sullivan, der mit „form follows function“ die Architektur Chicagos und Nordamerkias maßgeblich prägte. Aber auch Daniel Burnham (Flatiron Buiding – NYC, Monadnock Building – Chicago) wurde hier in einem auf einer Insel liegenden Grab beerdigt. Die prunkvollen Gräber reicher Chicagoer standen in einem großen Kontrast zum Grabe Mies van der Rohes, dessen Grab getreu dem Motto „less is more“ lediglich aus einem edelen schwarzen Mamorsteins besteht.

Gewürdigt wird auf dem Graceland Fiedhof auch Fazlur Khan, der mit seinen neuartigen und genialen Ansätzen („tube“ Strukturen, Megafachwerkstrukturen etc.) den Weg des modernen Hochhausbaus ebnete.

Der Rest des Tages stand den Studierenden zur freien Verfügung und der strahlende Sonnenschein (bei trotzdem recht kalten Temeraturen) untermalte einen schönen fünften Tag.

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ILEK Chicago Exkursion – Tag 3

Der heutige Tag hat uns erstmals ausserhalb von Chicago gebracht auf den Spuren eines der wichtigsten Architekten des zwanzigsten Jahrhunderts – Mies van der Rohe. Wir hatten die Möglichkeit an einer freiwilligen Besichtigung des Farnsworth House teilzunehmen, welche von der Chicago Architectural Foundation organisiert wurde. Während der 1.5 stündigen Fahrt mit dem Bus, hatte die Reiseführerin eine kurze Einleitung über das Leben und Werken von Mies gegeben und dazu wurde uns ein Dokumentarfilm gezeigt. Obwohl der Tag regnerisch begonnen hatte, hat die Sonne wieder geschienen, als wir unseren Zielort erreichten, und uns wurde ein herrlicher Blick auf das Haus zwischen den Bäumen geboten. Der Stahlbau aus dem Jahr 1950 gilt bis heute als eine Verkörperung der modernen Architektur. Nach einer Rede über die Geschichte des Hauses und die tausenden Bildern die jeder von uns machte, waren wir alle von der Besichtigung begeistert.

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Am Nachmittag sind wir zurück in die Stadt gefahren und haben dann die größte Einkaufstraße in Chicago besucht – Michigan Avenue (The Magnificent Mile). Mit ihren glänzenden „Flagshipstores” war sie ein klares Zeichen für eine kommerzialisierte Gesellschaft. An ihr liegt ein revolutionäres Hochhaus – das John Hancock Center. Für uns hat sich die Möglichkeit ergeben die Skylobby des Gebäudes zu besuchen und Information über die Nutzung des Gebäudes zu bekommen. Unser dritter Tag der Exkursion hat mit einem gemeinsamen Abendessen geendet, wo wir von der Größe der Portionen, wie es uns hier oft passiert, überfordert waren. Dies gab uns jedoch die Zeit unsere bisherigen Eindrücke der Stadt untereinander auszutauschen.

ILEK Chicago Exkursion – Tag 1

Der erste Tag der ILEK Chicago Exkursion begann für die meisten Teilnehmer recht früh. Um den ersten Programmpunkt der Exkursion: Treffen vor dem Willis Tower (ehem. Sears Tower) wahrnehmen zu können, sind einige, darunter auch die Lehrstuhl Assistenten bereits um 5:30 Uhr morgens am Flughafen in Stuttgart eingetroffen. Die Anreise war von den Studierenden individuell zu organisieren, was dem ein oder anderen auch einen „Umweg“ über z.B. New York ermöglichte.

Tatsächlich fanden sich Punkt 18:00 Uhr alle 18 Studierende der Uni Stuttgart vor dem Willis Tower ein und wir konnten pünktlich zum Sonnenuntergang die 103 Stockwerke in knapp 60 sec (bei Wind wären es 90 sec gewesen) nach oben düsen. Der Jahreszeit und auch dem Dienstag als Wochentag war es wohl zu verdanken, dass wir keine Anstehzeit hatten und das Skydeck nicht allzu überfüllt war. Die gläserne Skydeck Attraktion bietet dabei tolle Ausblicke in die Ferne und auch in die Tiefe und ist besonders zur Sonnenuntergangszeit durch die Westausrichtung beeindruckend.

Wir wählten bewusst den Ausblick aus der Höhe als ersten Eindruck der Stadt. Zum Einen konnten sich die Studierenden dadurch eine grobe Orientierung verschaffen, zum Anderen verleiht der Ausblick vom höhsten Punkt Chicagos einen sehr guten Überblick über das Hauptthema der Exkursion – die Hochhäuser.img_76801

Sämtliche wichtige Gebäude bzw. -gruppierungen wurden als Kurzreferatsthemen an die Studierenden vorab vergeben. Während der gesamten Exkursion werden sie dann ihr errungenes Wissen mit den anderen Teilnehmern teilen – knappe Handouts erleichtern dabei das Mitverfolgen der wichtigen Daten. Je nach Fachbereich (es nehmen sowohl Studierende der Architektur, als auch des Bauingenieurwesens teil) fallen die Schwerpunkte auf Gestaltung/Geschichte oder das Tragwerk.

Folglich starteten wir, solange wir uns noch auf dem 103. Stockwerk befanden auch gleich mit der Geschichte und den wesentlichen Eigenschaften des Willis Towers und erhielten Informationen über Bundled Tube Systeme.

Da es für alle ein anstrengender Anreisetag war, beließen wir es bei dem einen Programmpunkt, ließen den Abend nur noch bei einem kurzen Barbesuch ausklingen und verteilten uns auf die unterschiedlichen Airbnb Übernachtungsstätten rund um Chicago.

ILEK Exkursion Chicago 2016

Hochhäuser werden unweigerlich die Zukunft des innerstädtischen Bauens darstellen. Auf Grund des Anstiegs der Weltbevölkerung und des zunehmenden Wachstums der Millionenstädte wird dichtes Bauen notwendig und immer gefragter. Im Wintersemester 2016/17 werden 10 Studierende der Architektur am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart einen Hochhaus Entwurf bearbeiten, um sich dieser Thematik anzunehmen.

Da Chicago die Geburtsstätte der Gebäudetypologie Hochhaus darstellt, bietet es sich an, das Planungsgrundstück dort anzusetzen und die Recherchephase mit einer Exkursion zu verbinden. Das besondere dabei wird sein, dass auch Studierende des Bauingenieurwesens dabei sein werden, denn Interdisziplinarität ist besonders bei solch großen Bauprojekten essentiell. Zusammen mit der 17-köpfigen Studierendengruppe werden zwei Mitarbeiter des ILEK eine 9-tägige Exkursion im Oktober 2016 unternehmen. Dabei werden wir uns nicht nur der Geschichte des Hochhausbaus widmen, sondern auch neueste Entwicklungen erfahren, sowie die Beziehung zu der Architekturfakultät der Northwestern University weiter vertiefen. Gemeinsame Vorlesungen, Besprechungen sowie ein zusammen organisiertes Symposium werden dabei eine große Rolle spielen.
Des weiteren sind Baustellenbesichtigungen und Besichtigungen einiger Architektur- und Ingenieurbüros geplant, wie z.B. zu Helmut Jahn, SOM oder Gill+Smith.

Über den Verlauf der Exkursion werden wir auf diesem Blog live berichten und bedanken uns bereits vorab für die freundliche Unterstützung unserer Sponsoren, allen voran: Bauforumstahl.