Archiv für den Monat: Januar 2014

Virtual Planning – Entwerfen in Minecraft

In diesem Semester gab es wie immer so einige interessante Projektangebote für uns Studenten. Im Masterstudiengang ist das Angebot reduziert und da wurde die Wahl zwischen „Schwimmende Architektur“, „Nachhaltiges Holzhotel“ oder „Think Virtual – Minecraft“ getroffen.

01Entwerfen in Minecraft war für mich unvorstellbar. Mir fehlte der Bezug zur Realität und fälschlicherweise empfand ich die Aufgabe als stupide.

Nun beobachte ich meine Kommilitonen und Freunde beim Planen und Bauen in diesem ulkigen Spiel. Der Professor richtete einen eigenen Server ein: Eine unendlich prozedural generierende Welt im sogenannten Kreativmodus. Es gibt keine Gesundheit, dafür unendliche Mengen an Ressourcen und Baumaterial. Das Grundmodul ist ein virtueller Ein-Meter-Block. Dieser kann alles sein: Gras, Erde, Stein, Wasser, Wolken, sogar Tiere und vieles mehr.

0203Am individuellen Wunschstandort (am Strand, unter Wasser, im Himmel, im Dschungel, auf und in Gebirgen, in Schneewüsten, in Lavahöhlen etc.) soll ein Hotel gebaut werden – ein außergewöhnliches und vielleicht verrücktes Hotel, welches sämtlichen Regeln der Schwerkraft und des Kräfteverlaufs trotzt. Die Möglichkeiten? Beinahe grenzenlos.

Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass durch die Meter-Rasterung schon ein 16-Zimmer-Hotel immense Ausmaße annimmt und man in gewisser Weise den Mut haben muss, einfach los zu bauen. Der erste Stein braucht scheinbar ewig, bis er gesetzt wird. Ist er zu tief, zu hoch oder zu weit links? Im schlimmsten Fall reißt man alles wieder Stein für Stein ab und baut neu.

Faszinierend ist die Raumbildung. Ich lasse mir gerne die neuesten Stände zeigen. Wir fliegen in der Egoperspektive zum Ort des Geschehens und wenn wir dann inmitten einer 30-Block-Durchmesser-Röhre unter dem Wasser schweben, bin ich beeindruckt von der Raumatmosphäre.

040506In Minecraft muss man vom kleinsten Element aus entwerfen. Sicher kann man eine Vorstellung haben, wie das Ganze später aussehen soll, aber der einzelne Raum im Raster und im Kontext ist das Entscheidende. Direkt im Entwurfsprozess wird eine Atmosphäre und Qualität des Raumes übertragen, welche umgehend eine Wertung finden.

Ich bereue meine Entscheidung nicht, ein anderes Projekt gewählt zu haben. Dennoch hat sich meine Einstellung gegenüber der Anforderung des Projektes definitiv geändert. Es ist ein Entwerfen im Kontext mit direktem Feedback. Nicht irrelevant ist die Tatsache, dass ich mich für das andere – reale – Hotelprojekt entschieden habe. Besser könnten wir die Entwurfsprozesse so nicht vergleichen. Es gibt Parallelen, aber von den verschiedenen Herangehensweisen und Beweggründen der Entwürfe können beide Seiten lernen.
Und: Nicht nur ich habe dieses Projekt „Think Virtual“ unterschätzt.

0708
Genießt den verspäteten Schnee diesen Winter.
Für mich heißt es: Semesterendspurt!

P.s.: Ein großer Dank an Katharina Huch und St. Thiemicke für das Bereitstellen der Bilder ihrer beiden Entwürfe!

 

Abschlussbericht

Mein letzter Bericht mit den letzten Eindrücken aus Amerika.

Am ersten November Wochenende gab es einen Kurztrip nach Chicago, wo ich ebenso wie die Exkursion Gruppe im Oktober, all die berühmten und beeindruckenden Bauten gesehen habe. Vom IIT bis zum John Hancock und Willis Tower über die Marina Towers, dem Jay Pritzker Pavilion von Gehry und Calatrava in Milwaukee. Jeder der irgendwann mal die Möglichkeit hat nach Chicago zu fahren, sollte diese nutzen. Für mich ist es die schönste Stadt der Welt. Die Skyline wird dominiert durch eine Vielzahl unterschiedlicher Architekturepochen und dennoch passt alles grandios zusammen.

Aussicht Willis Tower                  Jay Pritzker Pavilion

Ausicht Chicago vom Willis Tower              Jay Pritzker Pavilion Frank Gehry

Leider war das auch das einzige Wochenende was ich hatte um mir Amerika zwischendurch mal anzuschauen.

Im Dezember waren dann die finals und da hieß es kein Schlaf nur Arbeiten aber alle Leistungen sind  sehr gut bestanden.

Die Zeit nach dem Studium habe ich genutzt um mir das Land noch etwas mehr kennen zu lernen.

Meine Reise führte mich von Fort Lauderdale über Orlando nach Washington DC.

Das Wetter in Washington war ein Traum und somit war es ein einmaliges Erlebnis all die, aus Film und Fernsehen, bekannten Gebäude in natura zu sehen.

Angefangen am Capitol ging es zum Washington Monument und am Ende war das Lincoln Memorial.

Natürlich stand auch der Besuch des Weißen Hauses ganz oben auf der Liste. Musen in Washington waren zum größten Teil ohne Eintrittspreise und somit besuchte ich die National Gallery, The Smithsonian und einige kleine Ausstellungen.  Ebenso wie Chicago ist Washington DC eine Reise wert.

Capitol   Was.Monument  Lincoln               Capitol                          Washington Monument                  Lincoln Memorial

Endstation war dann New York City, die Stadt die niemals schläft.

In NY sahen wir das erste Mal Schnee und die Stadt lag leider in einem grauen Schleier vor uns. Erst als es dunkel wurde und alle Lichter zu Geltung kamen, entfachte New York sein atemberaubendes Feeling.  Mit über 1 Mio. anderer Touristen sah man auch hier die weltbekannten Bauten( Times Square, Freedom Tower, 9/11 Memorial…) und Geschäfte. Ebenso standen das Guggenheim Museum und das MoMA auf der Tagesordung. Das Ganze kam einem manchmal vor wie in einem ewig anhaltendem Traum aber dennoch war es Realität.

Times Square    Central ParkTimes Square                                                          Central Park

 

Guggenheim    9/11Guggenheim                                                             9/11 Memorial

 

Anfang Januar ging dann der Flug zurück nach Deutschland.

Obwohl nun fast schon wieder einen Monat in meiner Heimat bin, so bin ich dennoch nicht hier angekommen.

Für mich steht fest, dass ich nach meinem BA und MA mein Leben in Amerika bestreiten möchte.

Thank you and have a nice day.